Die Sonne als Beruf: Wer darf Photovoltaikanlagen installieren – und wer wird händeringend gesucht?

Die Energiewende ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sie findet hier und jetzt statt – auf den Dächern von Einfamilienhäusern, Industriehallen und landwirtschaftlichen Betrieben. Photovoltaik (PV) ist der Motor dieser Entwicklung, doch dieser Motor braucht dringend Treibstoff in Form von qualifizierten Fachkräften. Doch wer sind diese gefragten Experten und wer darf eigentlich was bei der Installation einer PV-Anlage? Ein Überblick.
Warum der Boom nach Fachkräften größer ist als je zuvor
Der Bedarf an PV-Anlagen explodiert aus mehreren Gründen: Der Wunsch nach Unabhängigkeit von schwankenden Strompreisen, das gestiegene Umweltbewusstsein und attraktive Förderprogramme haben die Nachfrage in die Höhe schnellen lassen. Jede neue Anlage, von der kleinen Balkonlösung bis zum großen Solarpark, muss geplant, montiert, angeschlossen und gewartet werden. Dieser Boom trifft auf einen allgemeinen Fachkräftemangel im Handwerk. Das Ergebnis: Die Auftragsbücher sind voll, doch es fehlen die Hände und Köpfe, um die Projekte umzusetzen. Gefragt sind nicht nur Elektriker, sondern auch Dachdecker, Monteure und Planer, die sich auf Solartechnik spezialisiert haben.
Wer darf was? Die klare Trennung der Aufgaben
Eine häufige Frage lautet: Darf mein Dachdecker die PV-Anlage auch anschließen? Die Antwort ist ein klares Jein und liegt in der Trennung von DC- und AC-Seite.
- Die DC-Seite (Gleichstrom): Dies umfasst die Montage der Unterkonstruktion auf dem Dach, das Anbringen der Solarmodule und deren Verkabelung untereinander. Diese Arbeiten dürfen von fachkundigen Personen, wie geschulten Dachdeckern, Zimmerern oder spezialisierten PV-Monteuren (z.B. mit einer EFKffT-PV-Qualifikation), ausgeführt werden. Sie müssen die spezifischen Gefahren des Gleichstroms kennen und sicher arbeiten können.
- Die AC-Seite (Wechselstrom): Der Anschluss der Anlage an den Wechselrichter und vor allem an das öffentliche Stromnetz ist der entscheidende Punkt. Diese Arbeit ist ausschließlich einer eingetragenen Elektrofachkraft (EFK) vorbehalten. Sie allein darf den Anschluss an den Zählerschrank vornehmen und die Anlage offiziell in Betrieb nehmen. Diese Regelung dient der Sicherheit aller – sowohl der Bewohner als auch der Stabilität des gesamten Stromnetzes.
Hürden auf dem Weg zum eigenen Solarstrom
Die größte Hürde neben dem Fachkräftemangel ist oft die Bürokratie. Die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister sind zwingend erforderlich. Oft verzögern lange Wartezeiten bei den Netzbetreibern den finalen Anschluss. Ohne professionelle Unterstützung können diese administrativen Prozesse für Laien schnell unübersichtlich werden, weshalb erfahrene Fachbetriebe hier Gold wert sind.
Zwei Fakten, die Sie kennen sollten:
- Effizienzsprung: Moderne Solarmodule haben heute einen Wirkungsgrad von über 22 %. Das bedeutet, sie wandeln fast ein Viertel der Sonnenenergie in Strom um. Vor zehn Jahren lagen diese Werte noch deutlich unter 20 %.
- Boom der Balkonkraftwerke: Seit 2024 sind die Regeln für Mini-PV-Anlagen stark vereinfacht worden. Die erlaubte Leistung wurde auf 800 Watt erhöht und die Anmeldung ist unkomplizierter. Ein Trend, der die Energiewende auch im Kleinen vorantreibt.
Die Botschaft ist klar: Der Weg zur Solarenergie braucht Profis. Die Qualifizierung in diesem Bereich ist nicht nur ein Jobmotor, sondern ein aktiver Beitrag zur Gestaltung unserer Energiezukunft.

